Zwischen Ruinen

von Margarete Beutler (1876–1949)

Lass uns noch einmal den Augenblick greifen,
Lass uns noch einmal selig und still
Diese Gärten des Todes durchstreifen,
Ehe zum Wort die Gedanken reifen,
Und eine Sehnsucht sie pflücken will.

Über die rissigen Tempelwände
Geht des genossenen Tages Schein.
Traumhafter Blicke und Wonnen kein Ende,
Und in den Jubel verschlungener Hände
Rauschen die ewigen Wogen hinein.


Textnachweis
Aus: Neue Gedichte von Margarete Beutler, Berlin 1908, S. 8. (Die Orthografie wurde der neuen deutschen Rechtschreibung angepasst, die Interpunktion behutsam modernisiert. Offensichtliche Satz- und Druckfehler wurden stillschweigend ausgebessert.)

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